Über die Hypothesen, welche der Geometrie zu Grunde liegen

On the Hypotheses which lie at the Bases of Geometry

Bernhard Riemann · 1868 · Abhandlungen der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen · skimmed

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Abhandlungen der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen, Band 13 (1868), pp. 133–150. Habilitationsvortrag held 1854, published posthumously by Richard Dedekind.

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Plan der Untersuchung

Bekanntlich setzt die Geometrie sowohl den Begriff des Raumes, als die ersten Grundbegriffe für die Constructionen im Raume als etwas Gegebenes voraus. Sie giebt von ihnen nur Nominaldefinitionen, während die wesentlichen Bestimmungen in Form von Axiomen auftreten.

Das Verhältniss dieser Voraussetzungen bleibt dabei im Dunkeln; man sieht weder ein, ob und in wie weit ihre Verbindung nothwendig, noch a priori, ob sie möglich ist.

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Diese Dunkelheit wurde auch von Euklid bis auf Legendre, um den berühmtesten neueren Bearbeiter der Geometrie zu nennen, weder von den Mathematikern, noch von den Philosophen, welche sich damit beschäftigten, gehoben. Es hatte dies seinen Grund wohl darin, dass der allgemeine Begriff mehrfach ausgedehnter Grössen, unter welchem die Raumgrössen enthalten sind, ganz unbearbeitet blieb.

Ich habe mir daher zunächst die Aufgabe gestellt, den Begriff einer mehrfach ausgedehnten Grösse aus allgemeinen Grössenbegriffen zu construiren.

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